„Denn wir haben hie keine eigene Statt…“

Vier aufeinanderfolgende Abende in Chemnitz. Zwei Proben, zwei Konzerte. Brahms „Deutsches Requiem“. Gemeinsam mit der Robert-Schumann-Philharmonie unnd der Kantorei der Chemnitzer Kreuzkirche.

Irgendwann zwischen diesen Konzerten fügten sich Puzzleteile zu schon vorhandenen zu einem Bild. Einem Bild, dass dieser, mein Chor so gar nicht mehr gewollt ist, mehr Last, Pflicht, Aufwand ist als etwas Gutes, Bewahrenswertes.

Wer selbst singt oder musiziert, vielleicht in einem Chor, weiß, dass man auf der Bühne sehr mit sich allein ist und möglichst keine schweren Gedanken wälzen sollte. Das war in Chemnitz anders. Es gibt da diese wunderschöne Stelle, an der die Altistinnen einen so wunderbaren eigenen Part haben: „Denn wir haben hie keine eigene Statt“.  Es ist gut so, dass Brahms sein Requiem so traurig-tröstlich werden ließ.

Das Chemnitzer Publikum war so herzlich, es hat uns jeden Fehler verziehen. Und Fehler passieren immer. Es gibt solche Konzerte, da sind die Menschen auf der Bühne und die im Zuschauerraum eins. Sie sind selten, aber es gibt sie. Es gibt auch die Orchestermusiker, die dem Chor Freude am Konzert wünschen. Das ist nicht immer so. Mitunter liegen Welten zwischen Profis und Laien. Ein eigenes Thema.

Das Gute an einem Blog ist, man kann sehr viel damit anfangen. Es sind persönliche Geschichten. Und hier standen schon viele Geschichten. Über Kommunalpolitik, über städtische Haushaltspläne, über Schulnetzpläne, über Bildung und nun folgen meine Chorgeschichten. Weil ich glaube, dass solche Geschichten zu wenig erzählt werden, Vielleicht ein Grund für solche unschönen Puzzleteile, die aber nicht allein das Bild ergeben dürfen. Das Bild wäre falsch. Vielleicht ändern die Geschichten nichts an Tatsachen. Aber hoffentlich das Bild.